Endspurt, Nachdenkliches, Dankeschön,

Endspurt

Noch 2 Tage dann geht nach gut 60 Tagen die Spargelsaison bei uns durchs Ziel. Am 8. April gabs die ersten Stangen, seit 13.April war der Hofladen geöffnet.
Wer mal kurz rechnen will:
Rund 60 Tage mal 14 Stunden, minimum. Keine Sonntage, keine Feiertage =???? in 2 Monaten
Zum Vergleich: Ein AN in RLP hat in 2018 250 Arbeitstage.
Mit einer 38,5 Std Woche oder 7,7 Std/Tag macht das 1925 Stunden oder 2000 bei ner 40 Stunden Woche.
Klarer Fall von selbst schuld!?
Nein, so will ich das nicht sehn. Unser Beruf(Landwirt) ist einer der ersten Berufe des Menschen überhaupt( vorher gabs noch Jäger und Sammler) und wichtiger als die meisten andern Berufe. “Ohne Mampf, kein Kampf”. Denkt mal drüber nach woher eure gesamte Lebens- und Arbeitsenergie kommt?  Sicher nicht aus der HandyPowerbank!
Ohne die tägliche Arbeit von Bauern, Winzern, Imkern, Fischern usw., wäre leider nix auf dem Teller oder im Glas. Oder ihr müsst halt wieder Jäger und Sammler werden.
Dass die Landwirtschaft so viel arbeitet liegt ganz einfach in der Natur der Dinge:
1 Die Erntemenge ist nicht immer planbar, das Wetter schon gar nicht.
2 Arbeitskräfte stehen nicht beliebig zur Verfügung, auch wenn es den Anschein hat als gäbe es Millionen polnische und rumänische Frauen und Männer, die unbedingt nach Deutschland wollen, in die Landwirtschaft.
3 Der deutsche Verbraucher gibt ca. 10 % seines Einkommens für Nahrungsmittel aus, während er 16 % für seine Krankenversicherung zahlt. Der Rest geht drauf für’s Wohnen, Urlaub, Freizeit Auto,usw. Damit ist klar, dass Nahrungsmittel nicht zu den best bezahlten Konsumgütern gehören und die Renditen der Betriebe keinen Spielraum lassen für immer mehr Mitarbeiter.

4 Uns macht die Arbeit Spaß. Sie ist Sinn erfüllt, leistet ein wichtigen Beitrag zur Versorgung der Gesellschaft und trägt zur lokalen und regionalen Wertschöpfung bei.

Zum Abschluss: Bitte fragt mich nicht was wir denn jetzt den Rest des Jahres tun, oder noch schlimmer, ihr denkt :”Den Rest des Jahres hat er ja nicht mehr viel zu tun”.
Dazu nur soviel: Die Erntezeit ist heftig, auch weil die vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu organisieren sind, aber die wichtigste Zeit sind die Monate Juni- Oktober. Hier legen wir den Grundstein für eine gute Ernte im nächsten Jahr. Die Anlagen müssen gepflegt( Unkraut) und gesund erhalten werden(Pflanzenschutz und Pflanzenstärkung). Die Erdbeeren für nächstes Jahr werden im Juli gepflanzt und gehegt und gepflegt. Nebenbei läuft die Himbeerernte, das Getreide kommt weg, die neue Brombeeranlage wird aufgezogen. Ansonsten Beregnung, Instandsetzung, Wartung, Bodenbearbeitung und Gründüngungs-Aussaat,  Bürotätigkeiten……………………………………

Uns bleibt die 6 Tage Woche. Aber nach wie vor mache ich es gerne, und mit Leidenschaft. Auch deswegen weil wir besonders in der Direktvermarktung viel Anerkennung für unsere Arbeit erhalten.

Deshalb zum Schluss ein großes Dankeschön an alle die den Mehrwert einer ökologischen Landwirtschaft zu schätzen wissen und uns unterstützen.

Ich würde mich freuen alle Kunden gesund und munter im nächsten Jahr wieder zu sehn.

Dieter

PS.

Himbeeren, Säfte, Eis und Marmelade  gibt es wie im letzten Jahr auch, immer Freitags von 14.00-18.00Uhr.

 

 

 

 

Spargel Renner